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Andreas Wellinger ist Sieger der RAW-AIR-Tour
Die Raw-Air-Tour 2025 war geprägt von aufregenden und windigen Skisprung- und Skiflug-Wettbewerben. Andreas Wellinger schrieb Geschichte als erster deutscher Gesamtsieger dieser renommierten Tour.

Donnerstag - 13.03.2025:
Ryoyu Kobayashi gewann den Auftakt der Raw-Air-Tour am Holmenkollen in Oslo. Das erste Skispringen nach einem kontroversen Betrugsskandal bot spannende Kämpfe um die Podestplätze, bei denen vor allem Karl Geiger eine starke Leistung zeigte.
Ryoyu Kobayashi gewann den Auftakt der Raw-Air-Tour am Holmenkollen in Oslo. Das erste Skispringen nach einem kontroversen Betrugsskandal bot spannende Kämpfe um die Podestplätze, bei denen vor allem Karl Geiger eine starke Leistung zeigte.
Mit Sprünge von 129,5 und 127 Metern sicherte sich Kobayashi mit insgesamt 264,1 Punkten den Sieg. Der 28-jährige Japaner setzte sich klar gegen den Österreicher Jan Hörl durch, der auf 126 und 129 Meter (253,3 Punkte) kam. Karl Geiger landete mit 126 und 128 Metern (252,4 Punkte) als starker Dritter auf dem Podest. Den Grundstein für seinen dritten Saisonsieg – und den ersten außerhalb Japans – legte Kobayashi bereits im ersten Durchgang, als er mit der Bestweite einen Vorsprung von 7,4 Punkten herausarbeitete. Da die Konkurrenz nicht mithalten konnte, baute er diesen im zweiten Durchgang auf 10,8 Punkte aus.
Das Auftaktspringen der Raw-Air-Tour wurde vom Schatten der Manipulationsvorwürfe gegen das norwegische Team überschattet. Wenige Stunden vor dem Wettkampf gab der Internationale Skiverband (FIS) bekannt, dass neben Marius Lindvik und Johann Andre Forfang auch Kristoffer Eriksen Sundal, Robin Pedersen und Robert Johansson wegen Verdachts auf Regelverstöße suspendiert wurden.
Die deutschen Skispringer ließen sich von den Turbulenzen der vergangenen Tage nicht beirren. Neben Karl Geiger überzeugte besonders Philipp Raimund, der mit 129,5 und 129 Metern punktgleich mit Sloweniens Domen Prevc den fünften Platz belegte. Andreas Wellinger, nach dem ersten Durchgang mit 125,5 Metern noch auf Rang zwei, fiel mit 125 Metern im Finale auf Platz sieben zurück.
Samstag - 15.03.2025:
Andreas Wellinger gewann das erste von zwei Skifliegen in Vikersund im Rahmen der Raw-Air-Tour. Mit Flügen auf 228 und 229,5 Meter sammelte er insgesamt 436,1 Punkte und setzte sich deutlich gegen Timi Zajc durch, der auf 234 und 208 Meter (427,8 Punkte) kam. Der Slowene Anze Lanisek belegte mit 208 und 225 Metern (422,7 Punkte) den dritten Platz.
Den Grundstein zum ersten deutschen Weltcupsieg seit Pius Paschke im Dezember 2024 legte Wellinger bereits im ersten Durchgang, als er vor Zajc und Kobayashi in Führung ging. Im Finale behielt er die Nerven, überflog souverän die grüne Linie im Hang und jubelte zwei Wochen nach seiner Silbermedaille bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim über seinen nächsten großen Triumph.
Domen Prevc sorgte für einen Schreckmoment: Der als Top-Favorit gehandelte Slowene, der nach dem ersten Durchgang mit 219,5 Metern auf Platz vier lag, kam bei seinem Flug auf beeindruckende 239 Meter zu Sturz. Er blieb unverletzt, fiel aber auf Platz fünf zurück.
Die zuletzt starken Österreicher spielten diesmal keine Hauptrolle im Kampf um die Podestplätze. Bester Athlet des Teams von Cheftrainer Andreas Widhölzl war Stefan Kraft auf Platz sechs mit 205,5 und 220 Metern. Jan Hörl wurde Achter, während Vierschanzentournee-Sieger und Gesamtweltcup-Führender Daniel Tschofenig weiterhin Probleme beim Skifliegen hatte und nur Platz 14 belegte.
Samstag - 15.03.2025:
Domen Prevc stellte mit einem neuen Hausrekord den Sieg beim Skifliegen in Vikersund sicher. Andreas Wellinger landete erneut auf dem Podium und wurde als erster Deutscher Gesamtsieger der Raw-Air-Tour.
Mit einem persönlichen Bestwert von 247 Metern und 214,5 Punkten sicherte sich Domen Prevc am Sonntagabend den Sieg. Aufgrund vorheriger Verzögerungen wurde der zweite Durchgang nicht mehr ausgetragen. Andreas Wellinger sprang auf 230,5 Meter, sammelte 199,2 Punkte und holte sich neben Platz zwei auch den Gesamtsieg in der Raw-Air-Tour. Dritter wurde Ryoyu Kobayashi mit 222 Metern und 191,2 Punkten.
Mit Anze Lanisek auf Rang fünf landete auch der zweitbeste Slowene in den Top Ten, nur 0,6 Punkte hinter dem viertplatzierten Stefan Kraft, der bester Österreicher wurde. Jan Hörl und Manuel Fettner belegten die Plätze sechs und neun und sorgten für zwei weitere Top-Ten-Platzierungen für Österreich. Karl Geiger sicherte sich einen soliden zehnten Platz, direkt hinter dem überraschend starken Yukiya Sato aus Japan. Ein starkes Ergebnis lieferte auch Gregor Deschwanden ab, der als bester Schweizer Siebter wurde.
Andreas Wellinger, der sich als erster Deutscher den Gesamtsieg sicherte, analysierte seine Leistung und erklärte, dass sein Sprung nicht ganz so sauber gewesen sei wie am Vortag. Er habe den Absprung leicht verpasst, konnte den Sprung jedoch in der Luft gut umsetzen, auch wenn es ein Kampf gewesen sei. Trotzdem betonte er, dass es ein unglaubliches Wochenende gewesen sei und er von Anfang an ein gutes Gefühl gehabt habe. Er zeigte sich auch gerührt von Domen Prevc' Anerkennung, dass er den Gesamtsieg verdient habe, nachdem ihm dieser in der ersten Ausgabe der Tour verwehrt geblieben war.
Die Qualifikation vor dem Wettkampf musste vorzeitig abgebrochen werden, sodass alle 53 Teilnehmer zum ersten Durchgang zugelassen waren. Zudem wurde das geplante Raw-Air-Finale, das aus drei Durchgängen mit 30, 20 und zehn Startern bestehen sollte, gestrichen.